Haushaltsgeräte Test – was kann ich selbst testen?

Zu Haushaltsgeräten gibt es viele Testberichte, die teilweise die Ergebnisse standardisierter Testverfahren beschreiben wie von der Stiftung Warentest, teilweise auch nur eine Wiedergabe der Herstellerinformationen sind, die eher dem Verkauf dient. Die Berichte der Stiftung Warentest dürfen als zuverlässig gelten, können aber vollumfänglich nur kostenpflichtig bezogen werden. Daher fragen sich die Verbraucher, ob es alternative Testmöglichkeiten für Haushaltsgeräte gibt. Es gibt sie wirklich, wir stellen einige von ihnen vor.

Test der Energieeffizienz

Die Energieeffizienz wird durch die Hersteller gekennzeichnet, für diese Kennzeichnung gibt es gesetzliche Vorschriften. In der EU werden laut EU-Richtlinie 2010/30/EU die Klassen A (beste) bis G (schlechteste) angegeben, die sich auf Referenzwerte aus dem Ende der 1990er Jahre beziehen. Da sich die Technik inzwischen entwickelt hat, gibt es nun die Klassen A+ bis A+++, die den damals besten Referenzwert für A übertreffen. Seit November 2015 ist vorgeschrieben, dass alle neuen Geräte mindestens die Energieeffizienzklasse B erreichen müssen bis auf Waschmaschinen und Kühl-/Gefriergeräte: Für diese gilt schon seit 2012/2013 der Mindeststandard A+. Die Energieeffizienzklasse legt nicht den konkreten Verbrauch eines Geräts fest, sondern den prozentualen Verbrauch gegenüber einem fiktiven Referenzgerät. Da dieses nur mühselig recherchiert werden kann, der Hersteller aber sein Energielabel durch eine unabhängige Prüforganisation erhält (und dieses stimmen dürfte), können Sie überprüfen, ob die Herstellerinformation in der Produktbeschreibung zum Verbrauch bei einem bestimmten Waschgang passt. Wenn also dort steht, dass Ihre Siemens-Waschmaschine mit 6 kg Fassungsvermögen bei 40 °C und Teilbeladung 0,62 kWh verbraucht, dann schreiben Sie sich den Stromzählerstand vor so einem Waschgang auf, schalten Sie alle übrigen Verbraucher im Haushalt ab und führen Sie den Waschgang durch. Schauen Sie dann auf den Zählerstand nach dem Waschgang und rechnen Sie die verbrauchten Kilowattstunden auf eine Stunde um: Waren es wirklich 0,62 kWh?

Weitere alternative Testmöglichkeiten für Haushaltsgeräte

Motortest einer Waschmaschine

Für diesen Test müssen Sie die Seiten- oder Rückplatte abmontieren, dann den Motor ausbauen und von Hand sowie mit einem Messgerät seine Funktionen überprüfen. Das bietet sich an, wenn der Motor offenkundig unrund läuft oder schwer anfährt. Auch bei mangelnder Funktion, die sich an der unzureichend gewaschenen Wäsche ablesen lässt, bietet sich der Test an. Sie können hierzu die Motorscheibe des ausgebauten Motors von Hand drehen, um eine eventuelle Unwucht festzustellen. Auch können Sie mit einem Ohmmeter den ohmschen Widerstand zwischen den Anschlussklemmen messen, der zwischen 75 und 100 Ω beim Stator und zwischen 1,4 und 1,9 Ω beim Rotor liegen sollte.

Test eines Kondensators

Kondensatoren speichern Strom, um den Motoren von Haushaltsgeräten eine Anfahrhilfe zu liefern und später für ein konstantes Motordrehmoment zu sorgen. Ein Motor kann unter hoher Belastung in seiner Leistung nachlassen, doch der Kondensator stabilisiert diese, indem er punktuell zusätzlichen Strom liefert. Den Test eines Kondensators führen Sie mit einem kalibrierten Multimeter durch, das die Spannung und die Stromstärke an den Anschlussstellen des Kondensators misst. Diese Werte müssen denen entsprechen, die auf dem Kondensator aufgedruckt sind.

Magnetron einer Mikrowelle testen

Jede Mikrowelle verfügt über ein Magnetron, das wie ein Rohr oder eine Antenne aussieht und sich in einem kleinen Gehäuse seitlich in der Mikrowelle befindet. Dieses Magnetron wandelt kinetische in elektromagnetische Energie um, wodurch die Mikrowelle überhaupt erst funktioniert. Das Magnetron kann durch Verschleiß, Beschädigungen oder Erschütterungen in seiner Funktion nachlassen, wodurch die Mikrowelle laut wird und nicht mehr richtig funktioniert. Für einen Test nehmen Sie von Ihrer Mikrowelle die Abdeckung ab, danach entladen Sie den internen Kondensator. Anschließend nehmen Sie die Steckverbindungen des Magnetrons ab und testen es nun mit einem Multimeter. Wiederum müssen die angezeigten Werte den aufgedruckten auf dem Bauteil entsprechen.

Es gibt noch weitere solcher Tests. Erfahren Sie hier mehr!